Gerade gesehen beim Nuf: der Fragebogen fürs letzte Jahr. Also los:
Zugenommen oder abgenommen?
Seufz. Das ist normalerweise ein Thema, über das ich beschämt schweige oder öffentlich Krokodilstränen weine. Aber dieses Jahr – dank Schwangerschaft: erst zugenommen, dann abgenommen :-) Ich wiege spektakuläre 3 Kilo weniger als vor der Schwangerschaft. Kind ist also als Diät durchaus zu empfehlen. Allerdings hat es Risiken und Nebenwirkungen …
Haare länger oder kürzer?
Länger. Während der Schwangerschaft waren meine Haare so viel dichter und lockiger als sonst, da mochte ich keiner Schere zu nahe kommen. Habe allerdings den Verdacht, dass sich das im nächsten Jahr ändern wird: Erstaunlich schnell kommt bei einem Säugling, den man auf dem Arm hält, der gezielte Griff ins Haar. Und erstaunlich früh haben solche kleinen unschuldigen Wesen eine Menge Kraft!
Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Konstant kurzsichtig seit 2007. Während dem Studium ging’s noch mal einige Dioptrien bergab, jetzt scheint es sich eingependelt zu haben. Oder ich gucke einfach nicht mehr so viel in die Ferne, kann auch sein. Von Kontaktlinsen habe ich allerdings Abstand genommen, seit sie mir im letzten Jahr zweimal am Augapfel kleben geblieben sind: Einmal nach einer langen Wanderung und einmal im Schwimmbad. Beides sehr unangenehm.
Mehr ausgegeben oder weniger?
Definitiv mehr. Man verliert zwar an Gewicht durch’s Kind, aber auch an Barvermögen. Und ich sehe den Trend für die nächsten Jahre steigen … Ach ja, und umgezogen sind wir auch noch.
Mehr bewegt oder weniger?
Ich tippe mal weniger – schwangerschaftsbedingt musste ich ja knapp zwei Monate das Sofa hüten. Habe auch entsprechenden Bewegungsdrang und schon ehrgeizige Pläne für 2012.
Der hirnrissigste Plan?
Zu glauben, ich würde noch rechtzeitig vor der Babypause mit der Promotion fertig. Aber im nächsten Jahr! Ganz bestimmt! Vielleicht.
Die gefährlichste Unternehmung?
… die Geburt …? Wobei das eher abenteuerlich als gefährlich war. Ansonsten vielleicht die schwindelerregende Wanderung auf den Preikestolen in Norwegen.
Die teuerste Anschaffung?
Die Küche wahrscheinlich. Und der Sex and the City-Bugaboo-Kinderwagen. Allerdings war der gebraucht. Trotzdem noch teuer.
Das leckerste Essen?
Ich muss schon wieder prahlen, aber das Umzugshelferessen, das wir im Herbst veranstaltet haben, war echt wahnsinnig lecker. Kürbissuppe, Rucola-Pastinakensalat, veganer Flammkuchen und Pflaumen-Sojajoghurt-Nachtisch. Die Lieferservice-Entdeckung des Jahres: Pizza Punjabi. Solange die Küche noch nicht fertig war, waren die quasi unsere Nabelschnur. Sehr leckeres indisches Essen.
Das beeindruckendste Buch?
“Moon Palace” von Paul Auster. War das wirklich 2011? Dann vorsichtshalber noch “The Hotel New Hampshire” von John Irving. Dann sag ich noch “Room” von Emma Donoghue und beschließe, trotz Erik im nächsten Jahr wieder ganz viel zu lesen. Wir sind ja jetzt unter die Kindle-Nutzer gegangen. Da sollte das kein Problem sein. Vor allem ergibt sich der interessante Effekt, dass man Bücher gleichzeitig lesen kann.
Der ergreifendste Film?
Gelten auch TV-Serien? Und muss es ergreifend sein? Filme haben mich, muss ich gestehen, in diesem Jahr keine nachhaltig beeindruckt. Zwei TV-Serien dafür umso mehr: In Treatment und Breaking Bad.
Die beste CD?
Zeh-Deeh, wat isn dette? Ick kenn nur Empedrei. Nö, da fällt mir zu 2011 keine ein. Letztes Jahr waren’s die Helden mit “Bring mich nach Hause”. Wird Zeit, dass die mal wieder was rausbringen.
Das beste Konzert?
Kyuss lives! im März. Schon schwanger und daher nicht ganz vorne im Moshpit. Nur getrübt dadurch, dass doch einige geraucht haben und ich Angst um das ungeborene Kind hatte. Und Jörg hat seine Brille verloren.
Die meiste Zeit verbracht mit …?
Erik. Pränatal mit Geburtsvorbereitungen, postnatal, naja: Windeln, Stillen, Flasche, Trösten.
Die schönste Zeit verbracht damit …?
Siehe oben.
Vorherrschendes Gefühl 2011?
Neugier, freudige Erwartung, Staunen. Und seit November: Müüüüüüde.
2011 zum ersten Mal getan?
Ein Kind ausgetragen und zur Welt gebracht.
2011 nach langer Zeit wieder getan?
In Berlin gewesen und eine alte Freundin besucht. Auf Hochzeiten gewesen. Gitarre gespielt.
Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Schwangerschaftsübelkeit. Sodbrennen. Karpaltunnelsyndrom. Darf ich noch mehr? :-)
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
All die Horrorstories, die man hört über das Kinderkriegen, nicht so ernst nehmen. Sowohl das Gebären an sich als auch das Leben mit einem Säugling ist so, wie man sich das vorstellt.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Erik. (hab ich mir das Geschenk selber gemacht oder der Jörg mir oder wir uns oder der Erik uns?)
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Jörg (ungefähr jeden Tag): Du bist voll die liebe Mama. Das erzähle ich dem Erik später mal.
2011 war mit einem Wort …?
Erikjahr.
Jörg, mach den Fragebogen doch auch ma :-)
