Nach dem Abitur ging eine meiner besten Freundinnen als Au-Pair nach USA. Wir haben Tränen gelacht, als sie von ihrem Vorbereitungs-Seminar erzählte: Da wurden unter anderem ausführlich Farbe und Konsistenz von Babykot besprochen. “Goldgelb bis grün, schaumig bis cremig” wurde bei uns zu einem geflügelten Wort.
In etwas jüngerer Vergangenheit wurde mir, als ich ein befreundetes Paar mit Kind besuchte, zur Begrüßung stolz der Windelinhalt (!!) des Sohnemanns präsentiert mit den Worten: “Kuck mal, er hat Kacka gemacht!” Da hat man, dachte ich, studiert oder sogar promoviert, um sich dann plötzlich für Ausscheidungen zu begeistern. Muss das so, wenn man Eltern wird?
Mal ehrlich: Niemand kann behaupten, dass sie Mutter werden will, weil es so toll ist, nachts um drei vollgekackte Windeln zu wechseln. Und nebenbei auch noch die gesamte Kleidung des Nachwuchses. Um anschließend wieder von vorne anzufangen, weil der Sohn am liebsten FKK-kackt und sich, sobald die Windel ab ist, ein weiterer Schwall auf den Wickeltisch ergießt.
So habe ich auch nie zu träumen gewagt, dass ich eines Tages die Farbe, Form und Konsistenz des “großen Geschäfts” so genau begutachte. Oder mir gar, weil wir plötzlich einen “Code Green” haben, einen bebilderten Babykotratgeber im Internet anschaue. (Wer jetzt auf den Link klickt, sage nicht, er habe nicht gewusst, was ihn erwartet.)
Oder, wie der Leitartikel dieses – wirklich hilfreichen! – Ratgebers schreibt:
Es ist erstaunlich, wie viel Zeit Mütter damit verbringen, den Inhalt der Windel ihres Babys zu inspizieren, um herauszufinden, ob die Häufigkeit, die Konsistenz oder die Farbe in Ordnung sind.
Amen.