Zwei Filme für frische Eltern

Unser Sohn hat ja die bemerkens- und liebenswerte Eigenschaft, dass er abends früh ins Bett geht. (Er steht dafür auch früh auf, sehr zum Leidwesen seiner Mutter, aber das ist ein anderes Thema.) Dadurch konnten wir schon recht bald unsere große Heimkino-Tradition wiederbeleben. Kürzlich gesehene Spielfilme: “Mother and Child” und “Eraserhead”.

Ersterer ein erfrischend unamerikanischer Film über, naja, Mütter und Kinder. Erinnert vom Stil her ein bisschen an “Magnolia” oder “American Beauty”. Und macht’s einem warm ums Herz, ohne dabei kitschig zu werden. Und jeder Typ Mutter ist dabei. Highlight ist sicherlich die großartige Annette Benning, die im Laufe des Films von der neurotischen Einsiedlerin zur liebevollen Großmutter wird. Aber eine Lieblingszene ist für mich auch die junge Mutter, die sehnlichst auf das adoptierte Kind gewartet hat und dann nachts verzweifelt ihre eigene Mutter anruft, weil das Baby nicht aufhört zu weinen. “I don’t love her!” – “Yes you do. You’re just sleep-deprived”. Well said.

Zweiterer Film vielleicht nicht auf Anhieb ein typischer Eltern-Film. David Lynchs Erstlingswerk und meiner Ansicht nach der konseqenteste seiner Filme. Lynch in Reinform. Ich würde nicht behaupten, alles verstanden zu haben. Und wäre das Prädikat des ersten Filmes “herzerwärmend”, so passt für Eraserhead am besten “verstörend”. Aber es gibt einen Mann, eine Frau und so eine Art Kind. Das gefüttert werden muss und nachts schreit. Ansonsten düstere Bilder von einem Meteoriten, Erdhaufen in der Wohnung, aus der ein Baum wächst und eine Frau in der Heizung. Vielleicht geht’s nicht wirklich ums Elternsein, vielleicht ist es das innere Kind, das innere düstere Verlangen, das gefüttert werden muss. Hat jedenfalls auch Spaß gemacht zu gucken. Und festzustellen: so düster ist Elternsein nicht.

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