Medienkonsum (2)

Nach langer Zeit habe ich endlich mal wieder ein richtig cooles Gute-Laune-Buch gelesen: Ready Player One. Viele Geek-Bücher sind ja entweder inhaltlich oder technisch peinlich, aber dieses ist einfach gelungen.

Als der Protagonist ein Spielmodul in einen gerade laufenden TRS-80 einlegen will, wusste ich, jetzt kommt die Nagelprobe. Und jawoll, er schaltet den Computer erst aus. Ein gutes Buch. Aber nicht nur deshalb.

Neben zahlreichen Computerspielen diversester Plattformen werden auch eine Menge 80er-Filme erwähnt. Gesehen habe ich davon nur eine Handvoll, Back To The Future natürlich, und von den unbekannteren z.B. Weird Science. Und dann wurde mir klar, warum: Meine Eltern waren beide der Meinung, dass alles, was aus Amerika kam – und an dieser Stelle fasse ich ein klein wenig (aber nicht viel) zusammen – Mist wäre. Damit waren sämtliche coolen Filme verboten, bumms, aus.

Vielleicht sollte ich meinen Eltern dafür dankbar sein, dass mir Filme heute soviel Spaß machen :-)

Support-Bands im Backstage: optional!

Neulich war beim Ministry-Konzert im Backstage die angekündigte Support-Band Djerv ersatzlos ausgefallen, und ich wollte ja mal Sendung-mit-der-Maus-mäßig herausfinden, wie es dazu kam, und vor allem was mit dem entsprechenden Anteil des Ticketpreises passierte.

Zunächst wurden meine freundlichen Mails ignoriert, aber ein etwas barscher Brief brachte dann doch eine Antwort der Geschäftsleitung:

Die Agentur, die das Konzert veranstaltet, garantiert auch uns gegenüber nur den Auftritt des Headlines, auch wir haben keine Möglichkeit der Kostenreduzierung bei entfallen eines Supports.

Aha, die Supportband ist also völlig optional – das hätte ich nicht gedacht. Und auch erstaunlich, dass der Kunde komplett im Regen steht und keinen Cent zurückerhält. Wie gesagt, das war auch mal anders.

Woran lag es denn eigentlich, dass Djerv nicht spielen konnten?

Die Support  Band hat nicht gespielt weil es vom Routing Keinen Sinn gemacht hat.

Ich bin kein Experte, und ab dieser Stelle hat das Backstage meine Mails auch nicht mehr beantwortet. Aber mal schaun, Djerv spielten am 2.8. in Wacken, und Wacken ging noch bis zum 4.8., da hatte man vielleicht keine Lust, bis zum 6.8. die 850 km nach München zu fahren…

Hmm… also Krankheit, persönliche Notlage und meinetwegen auch bandinternen Streit könnte ich ja vollkommen nachvollziehen, aber wenn das wirklich der Grund war, fände ich es schon reichlich uncool, sich eine derartige Planung auch noch voll bezahlen zu lassen.

Materialverlust

Bei jedem Umzug wird mir wieder deutlich, wieviel Kram wir eigentlich so besitzen. Und nicht nur beim Umzug geht mir das auf die Nerven. Kram braucht Platz, fängt Staub und vor allem kostet er Nerven, weil man immer wieder überlegt, was man damit jetzt eigentlich machen soll.

Wie wird man Kram nun am besten los? Klar, man kann durch die Wohnung (und den Keller) laufen und schauen, ob einem etwas als unnötig ins Auge sticht. Ausgeleierte Joggingschuhe oder der Mietvertrag der vorvorletzten Wohnung beispielsweise. Aber das ist nur begrenzt wirksam, wie jeder weiß, der es mal versucht hat, also jeder.

Ein wenig Extra-Motivation lässt sich erzeugen, indem man eben umzieht. Dabei ist es zweckmäßig, den Umzug selbst zu machen und nicht machen zu lassen. Wir hatten z.B. 2008 dummerweise ein Umzugsunternehmen beauftragt, und unser Auspacken bestand zu einem substanziellen Teil darin, die Sachen, die in Aachen aus dem Schrank geräumt, verpackt, in Kartons gesteckt und dann nach München gefahren worden waren, dort auszupacken und direkt in den Müll zu werfen.

Aber natürlich kann man nicht ständig umziehen (obwohl das immer wieder versucht wird), also habe ich vor einiger Zeit beschlossen, das Übel bei der Wurzel zu
packen: Immer, wenn ich neuen Kram kaufe, sei es ein T-Shirt oder ein paar
Esszimmerstühle, entsorge ich eine mindestens “äquivalente” Menge alten Kram. Ich
verschenke die alten Stühle, und neulich habe ich vier oder fünf gut erhaltene
T-Shirts zum Weißen Raben, einem Münchner Gebrauchtwarenhaus, gebracht.

Dieser Prozess verknüpft also jede Neuanschaffung zeitgleich mit deren (“äquivalenter”) Entsorgung. Das ist ein ganz gutes Feedback-Loop. Wenn ich z.B. über den Kauf eines T-Shirts nachdenke (was praktisch auf jedem Konzert passiert), frage ich mich sofort, von welchem meiner bestehenden T-Shirts ich mich dafür trennen möchte, denn die Gesamtzahl ist absolut ausreichend. Meistens lautet die Antwort “Och nee… von keinem,” und die Sache hat sich erledigt.

Nicht immer ist die Äquivalenz so klar defiinierbar. Wir haben neulich eine alte Vitrine gekauft, da wäre Volumen- oder Massengleichheit schwer erreichbar. Und was ist überhaupt mit Immateriellem wie z.B. einem Tagesgeldkonto? Auch das ist Ballast, also vielleicht eine der vielen SIM-Karten kündigen, die nerven mich nämlich langsam. Im Zweifelsfall einfach kreativ sein.

Manchmal geht’s natürlich wirklich nicht, etwa bei den ganzen Sachen für Erik – das ist schlicht zuviel. Glücklicherweise wird das meiste davon früher oder später sowieso weggegeben – zumindest noch der Babykram…

Inzwischen habe ich tatsächlich bei jedem Anschaffungswunsch einen inhibitorischen Reflex. Das spart Zeit, Geld und Nerven – sehr gut, alles schonenswerte Ressourcen. Das Wegwerfen an sich fand ich immer schon befreiend, aber es kostet ebenfalls Zeit, denn man kippt ja nicht wahllos irgendeine Schublade in den Mülleimer, schon mal gar nicht in Zeiten der Mülltrennung. Dieser sonst zeitverzögerte Aufwand ist mir jetzt sehr viel bewusster.

Und wer weiss, vielleicht bin ich ihn in ein oder zwei Jahrzehnten wirklich los, den ganzen Scheiß…

Yps ist alle!

Ich fass es nicht – nach einem Tag ist das neue Yps schon ausverkauft! Heute morgen hielt ich es noch für eine Sache von 50 Metern Umweg, mir eins zu besorgen, inzwischen habe ich sämtliche Zeitschriftenläden am HBF abgeklappert, ohne Erfolg. Immerhin wussten alle Mitarbeiter sofort, was Yps ist, und konnten mir statt eines “Häh, was?” direkt ein “Ausverkauft!” darbieten. Und natürlich gibt’s das neue Yps schon für den dreifachen Ausgabepreis bei Ebay.

Selbstredend freue ich mich für den Verlag, andererseits ist der Ansturm auf die erste Ausgabe vielleicht sowieso nicht zwingend indikativ für die dauerhafte Nachfrage und hätte damit auch um ein Heft reduziert werden können.

Hmm, vielleicht nochmal ein paar Tankstellen probieren…