Ich muss zugeben: vor einer größeren Unternehmung mit Erik graut’s mir immer ein bisschen. Eine innere Stimme meldet sich, die sagt “aaach, da muss ich so viel mitschleppen (Flaschepulverthermoskannespucktuchwindelwickelauflagefeuchttücherschnullerersatz-klamotten) und was ist, wenn er anfängt zu knatschen und alle gucken?”
Dann aber fällt mir ein, dass die Alternative wäre, keine sozialen und kulturellen Unternehmungen mehr zu machen und immer zu Hause zu hocken.
Also waren wir diesen Sonntag komplett mit Kind und Oma im Haus der Kunst. Diverse Fotos von Thomas Ruff, sehr abwechslungsreich, so ziemlich alles, was man mit Kamera und Nachbearbeitung am PC machen kann. Von nachbearbeiteten Marssondenbildern über Wohnzimmeraufnahmen aus den Siebzigern bis hin zu aus dem Internet heruntergeladenen und verfremdeten Pornobildern. Außerdem Gemaltes von Wilhelm Sasnal, angeblich der polnische Roy Lichtenstein. Auf jeden Fall aber sogar für meinen Geschmack (bin eigentlich kein Fan von Gemälden) nett anzusehen.
Und Erik? War vor allem begeistert von den Oberlichtern und Lampen. Und findet es generell immer gut, durch die Gegend geschoben zu werden. Hatte eine für ihn sehr aufwühlende Begegnung mit einem anderen Baby, das ihn erschrak, weil es ihm neugierig ins Gesicht packte. Wurde von einem netten Aufseher hinreißend gefunden, der sich gar nicht von ihm trennen mochte. Und hat uns ein neues Haus der Kunst gezeigt: Wo man in Ruhe stillen kann und wie man in dem Nazi-Prachtbau den Kinderwagen vom Erdgeschoss ins Obergeschoss bringen kann (indem die Aufseher per Funk einen Lastaufzug koordinieren).
Fazit: Spaß für die ganze Familie.

