Spracherkennung: Garmin vs. Google

Neulich hatte ich mir nach langem Suchen ein Garmin nüvi 2595 LMT gekauft. Ich hatte extra ein Modell mit Sprachsteuerung gekauft, weil es nervt, auf so einer fummeligen Tastatur “Friedrich-Ebert-Allee 153″ einzugeben. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass dieses Feature eher Entertainmentcharakter hat.

Spracherkennung ist ein sehr schwieriges Problem, und beide Geräte machen Fehler. Der Vergleich hinkt auch ein bisschen, denn bei Garmin funktioniert die Verarbeitung lokal, während sie unter Android auf einem Server erfolgt, der natürlich viel leistungsfähiger ist. Andererseits hat das Garmin auch einen großen Vorteil: Es erkennt nur Adressen, wodurch die Aufgabe wesentlich leichter ist. Das Android-Telefon erkennt ohne Einschränkung alles (z.B. auch Namen von Restaurants), was gelegentlich in den Ergebnissen deutlich wird und zur Unterhaltung beiträgt.

Dem Anwender sind solche Details letztlich egal, er möchte nur ein funktionierendes Gerät. Und obwohl ich mehrere Garmin-Geräte besitze, mit denen ich sehr zufrieden bin, ist das, was hier abgeliefert wird, doch eher peinlich :-)

[Um die Displays besser lesen zu können, einfach auf YouTube anschauen und dort vergrößern.]

Buggy-Beta-Banana-Ware

Irgendwie sitze ich ja im Glashaus. Schließlich verdiene ich meine unsere Brötchen in der Softwarebranche, die auch heute noch mitunter höchst eindrucksvoll demonstriert, dass eklatante Fehler dem Geldverdienen nicht unbedingt im Weg stehen müssen.

Trotzdem erfüllt es mich mit Sorge, zu sehen, wie diese Philosophie auch in anderen Branchen Fuß fasst. Bei Software kann man immer noch argumentieren, dass es unmöglich ist, alle Funktionen und alle Einstellungen zu testen. Selbst wenn ein Programm nur 10 Dinge tun kann und 10 Einstellungen hat, die jeweils nur “an” oder “aus” sein können (das reicht gerade für einen primitiven Texteditor), haben wir schon 10240 Testfälle. Und dabei ist noch nicht einmal die Interaktion mit anderen Programmen berücksichtigt.

Anders sieht es hingegen z.B. bei Büchern aus. In einem Buch kann man vorwärts und rückwärts blättern, ein Lesezeichen hineinlegen und man kann es in die Badewanne fallen lassen. Diese Features sind seit Jahrhunderten erprobt und bewährt. Lassen wir die Badewanne mal weg, so bleiben ganze drei Funktionen. Da kann man als Leser durchaus erwarten, dass ein Buch nicht nur überwiegend, sondern komplett fehlerfrei ist.

Auf dem Kindle habe ich nun kürzlich das erste defekte Buch entdeckt. Ausgerechnet im Premium-Preissegment (19,99 Fragezeichen) hielt man es bei Schöffling & Co. offenbar nicht für nötig, das Werk mal kurz auf den aktuellen Kindle zu laden und wenigstens ein paar Seiten zu überfliegen. Folgendes hätte man dann vermeiden können:

Man achte auf den Umbruch vor jedem

- Gedankenstrich. Das stört den Lesefluss doch nicht ganz unerheblich, und es findet sich auf fast jeder Seite:

 

In einem gedruckten Buch wäre so ein Satz undenkbar. Aber sobald ein elektronisches Gerät involviert ist, ist Herummurksen plötzlich OK? Ich weiß ja nicht… (Leider wird auch noch fernab jeglicher Elektronik gemurkst – man möchte sich fast Sorgen machen…)

Amazon hat mir das Buch zwar erstattet (und folgerichtig von meinem Kindle gelöscht), aber das Problem offenbar ignoriert. Zumindest das kostenlose Probekapitel des Buchs, das ich aus Neugier nochmal heruntergeladen habe, ist immer noch defekt.

Da mir das Buch gefiel, habe ich mir die Printausgabe gekauft. Dummerweise gab’s die nur als Hardcover, und man sieht hier deutlich, warum ich es lieber auf dem Kindle gelesen hätte:

Ostern: viel besser als Weihnachten!

Ostern ist eigentlich viel besser als Weihnachten. Sowohl Karfreitag als auch Ostermontag grenzen standardmäßig an ein Wochenende und können damit nicht wie der 25. oder 26.12. verpuffen, wenn sie auf einen Sonntag oder – noch schlimmer – auf einen Samstag fallen, an dem man dann nicht einmal mehr einkaufen kann.

Und außerdem hat Ostern mehr Schnee als Weihnachten:

Hmm, ist das eigentlich OK, sich über Ostern und Weihnachten, meinem bescheidenen Verständnis nach die beiden größten Feste der Christen, derart salopp zu äußern? Ich finde ja, schließlich sind sie fest in der westlichen Defaultkultur integriert. Das erhöht die Reichweite, bietet aber gleichzeitig auch mehr Angriffsfläche. Trotzdem ist es unterm Strich oft eine erfolgreiche Strategie, wie etwa Microsoft mit dem Internet Explorer demonstriert.

Vom Marketing her würde sich für Weihnachten vielleicht sowas wie Gleitzeit anbieten, ein gleitender Doppelfeiertag sozusagen, eben nach dem österlichen Vorbild.

Für die Sache mit dem Schnee habe ich allerdings keine konkrete Idee…

Kleinstkindkunstgenuss

Ich muss zugeben: vor einer größeren Unternehmung mit Erik graut’s mir immer ein bisschen. Eine innere Stimme meldet sich, die sagt “aaach, da muss ich so viel mitschleppen (Flaschepulverthermoskannespucktuchwindelwickelauflagefeuchttücherschnullerersatz-klamotten) und was ist, wenn er anfängt zu knatschen und alle gucken?”

Dann aber fällt mir ein, dass die Alternative wäre, keine sozialen und kulturellen Unternehmungen mehr zu machen und immer zu Hause zu hocken.

Also waren wir diesen Sonntag komplett mit Kind und Oma im Haus der Kunst. Diverse Fotos von Thomas Ruff, sehr abwechslungsreich, so ziemlich alles, was man mit Kamera und Nachbearbeitung am PC machen kann. Von nachbearbeiteten Marssondenbildern über Wohnzimmeraufnahmen aus den Siebzigern bis hin zu aus dem Internet heruntergeladenen und verfremdeten Pornobildern. Außerdem Gemaltes von Wilhelm Sasnal, angeblich der polnische Roy Lichtenstein. Auf jeden Fall aber sogar für meinen Geschmack (bin eigentlich kein Fan von Gemälden) nett anzusehen.

Und Erik? War vor allem begeistert von den Oberlichtern und Lampen. Und findet es generell immer gut, durch die Gegend geschoben zu werden. Hatte eine für ihn sehr aufwühlende Begegnung mit einem anderen Baby, das ihn erschrak, weil es ihm neugierig ins Gesicht packte. Wurde von einem netten Aufseher hinreißend gefunden, der sich gar nicht von ihm trennen mochte. Und hat uns ein neues Haus der Kunst gezeigt: Wo man in Ruhe stillen kann und wie man in dem Nazi-Prachtbau den Kinderwagen vom Erdgeschoss ins Obergeschoss bringen kann (indem die Aufseher per Funk einen Lastaufzug koordinieren).

Fazit: Spaß für die ganze Familie.

Übersetzung leicht gemacht

Für die Übersetzung einer kurzen Produktbeschreibung braucht man bekanntlich keinen richtigen Übersetzer, das kann auch der Praktikant:

TomTom Start 20 Central Europe

Clevere Assistenten helfen Ihnen im Straßenverkehr: der Fahrspurassistent zeigt Ihnen vorausschauend auf welcher Spur Sie sich einordnen müssen. So gehen Sie an keiner Abfahrt oder Kreuzung mehr verloren.

Endlich gehe ich nicht mehr an jeder zweiten Kreuzung verloren! Immer dieses lästige Warten, bis mich jemand findet…

Aber positiv ist hervorzuheben, dass das Gerät vorausschauend plant. Ganz im Gegensatz zum Beifahrer 1.0 mit retrospektiver Planungsunterstützung wie z.B. “Ich glaube, da hätten wir jetzt rechts gemusst.”