Heuer war es endlich soweit: Nach 20 Jahren konnte ich Ministry live sehen. Da ich kein professioneller Konzertkritiker bin, erlaube ich mir etwas Unsachlichkeit und fasse überdies grob zusammen: Die wichtigste Erkenntnis des Abends war – und das dürfte insbesondere die älteren Semester interessieren -, dass man bereits nach ca. 10 Minuten Auf-einem-Bein-stehen deutlich weniger Rückenschmerzen hat. Ich wäre wohl besser 1992 gegangen, als die ΚΕΦΑΛΗΞΘ herauskam… dann wäre vielleicht auch weniger Playback…
Aber egal, egal, das wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Während es bisher nur um meinen zwischen den Zeilen dezent anklingenden subjektiven Eindruck ging, lässt sich eines doch vollkommen objektiv bewerten: Die Anzahl der Bands, die an diesem Abend spielten. Ein kurzer Blick aufs Ticket offenbart, dass es mindestens zwei sein sollten:
Auf der Webseite des Backstage waren Djerv als Support angekündigt. Djerv spielten aber nicht, und es gab auch keinen Ersatz. Stattdessen wartete man einfach eine Stunde – wahrscheinlich, damit die Leute, die pünktlich zu Ministry kommen wollten, nicht nur noch die letzte Zugabe gehört hätten.
Ich habe erst einmal erlebt, dass eine Band ersatzlos gestrichen wurde, und zwar die Vorband bei Rage Against The Machine im Tor 3 in Düsseldorf, IIRC war das im bereits erwähnten 1992. Ehrlich gesagt wundere ich mich immer, dass sowas nicht häufiger passiert – die Band wird auf der Tour ja doch dem einen oder anderen Virus ausgesetzt.
Aber was passiert eigentlich mit der Gage der nicht spielenden Band? Die war ja schließlich im Ticketpreis enthalten. Und selbst wenn das im Fall einer weniger bekannten Vorband nur ein kleiner Bruchteil sein sollte, hat man als Besucher ja nur das halbe Programm. Und die Vorband ist schließlich nicht zwangsläufig nur eine lästige Umverpackung, die man sowieso besser weglässt.
Damals bei Rage Against The Machine bekam jeder Besucher bei der Entwertung des Tickets ein paar Mark zurück. Als Schüler findet man sowas natürlich total cool :-) Als Erwachsener geht es mir nicht um ein paar Euro, außerdem rückt der Ticketpreis im Vergleich zum Babysitter sowieso in den Hintergrund. Aber so rein vom Prinzip her frage ich mich doch, was das Backstage mit dem übriggebliebenen Geld jetzt macht… Mal sehen, ob ich ein Statement dazu bekomme.
