Killerfluse (2)

Neulich hatte ich Enja von whatjeffkilled.com erzählt. Sie war von der Idee sofort begeistert, und hier ist die erste offizielle Beute:

Normalerweise werden Mäuse ja bevorzugt lebend gefangen, damit alle involvierten Parteien noch eine Weile etwas davon haben. Für dieses Exemplar sah es allerdings schlecht aus, es überlebte die Zweiteilung nicht. Zumindest nicht die Hälfte, die wir hier sehen. Die andere liegt hoffentlich irgendwo draußen. Darauf deuten das Ausbleiben von Aasgeruch sowie von Verdauungsbeschwerden hin.

Es ist übrigens gar keine gute Idee, Mäuse in den Staubsauger zu fluppen. Zuerst war ich davon begeistert, denn Enja hat natürlich Angst vor dieser Höllenmaschine und gibt zwecks Flucht sogar die Maus her, welche hingegen mangels Erfahrung nicht den nötigen Respekt vor dem röhrenden Rohr aufbringt und umgehend in dieses hineinfluppt. Aber man muss dann auch wirklich sofort den Beutel entsorgen… Und bei Spitzenwerten von drei Mäusen pro Nacht käme das doch teuer.

www.killerfluse.de

Aus aktuellem Anlass, Enjas zweitem Geburtstag, mal ein längst fälliger Blogartikel über unsere vierbeinigen Mitbewohner.

Unsere beiden Katzen haben, ähnlich wie Superhelden, mehrere Identitäten. Das gilt sowohl für ihre Namen als auch ihren Lebenswandel. Bürgerlich, d.h. im Impfpass eingetragen, heißen die beiden Nala und Enja. (Was auch nicht ganz korrekt ist, denn ursprünglich hieß Nala Simba, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.) Ihrem Charakter entsprechend bekamen sie von uns relativ schnell Spitznamen verpasst: Nala ist die Tröte. Man kann die Fanfare, die ihr Eintreffen im Hause begleitet, förmlich hören. Sie ist ein bisschen verrückt, hat spanisches Straßenkatzentemperament, spielt gern wild und inbrünstig, indem sie sich in (Katzen- oder Baby-) spielzeug verbeißt und mit den Hinterbeinen darauf herumtrommelt. Spielt sie mit ihrem Katzenbällchen, wird dies von trötenden Soundeffekten begleitet. Von einer Sekunde auf die andere kann ihre Laune sich ändern: Eben noch laut schnurrend, Köpfchen gebend und sich anschmiegend auf dem Schoß, beißt sie plötzlich zu und will nie die Erlaubnis zur Berührung erteilt haben. Eine Tröte eben.

Enja ist, in einem Wort, Fluse. Zunächst aufgrund ihres Äußeren: rassenbedingt (sie ist eine Maine Coon) hat sie langes, weiches Haar, das sich in langen, weichen Flusen in unserer Wohnung verteilt. Man muss allerdings zu ihrer Ehrenrettung sagen: Sie versucht die heruntergefallenen Flusen, wenn sie sie entdeckt, sofort oral zu resorbieren. Aber auch ihr Charakter ist, naja, einfach flusig. Verspielt, verschmust, gesprächig, sanft. Lieblingsschlafplatz: Mein Kopfkissen (während ich draufliege). Falls ich mal nicht vom Schreien des Sohnemanns wach werde, dann aber garantiert vom ohrenbetäubenden (weil direkt am Ohr liegenden) Flusenschnurren.

Bei Nacht jedoch, wo ja alle Katzen grau und alle Superhelden unterwegs sind: Da verwandeln sich beide in Killermaschinen. Die Jagdsaison, insbesondere für Mäuse, ist seit ein paar Wochen eröffnet. Und wer hätte das gedacht: die sanfte, schmusige Fluse hat bei der Jagd die Nase vorn. Mit gemischten Gefühlen musste ich schon mal mit ansehen, wie sie (tagsüber) im Garten einer schon völlig verstörten Maus immer wieder einen Schubs gab, dass sie sich doch noch mal bewegen und ihr ein sportlicher Target sein möge.

Wenn die beiden nur ihren Jagdtrieb draußen ausleben würden – meinetwegen. Aber gerne werden nachts die halbtoten (Betonung auf halb!) Mäuse auch ins Schlafzimmer gebracht. Mein Göttergatte greift daher seit Neuestem auch mal beherzt zum Staubsauger, nachdem wir mehrfach den Lebenswillen der Nager unterschätzt haben und die Totgeglaubten mit einem letzten Sprint hinter Möbeln und in Ecken verschwanden.

Ein Kater namens Jeff hat bereits seinen eigenen Webauftritt. Unsere Tröte und Fluse schlagen ihn bestimmt im Body Count um Längen. Spitzenwert: drei in einer Nacht.

Und der Sommer kommt erst noch.