Heute hatte ich ein Paket zu versenden, und was liegt da näher als die Packstation der Bundespost, also der Deutschen Post, ich meine, von DHL (wofür steht das eigentlich?). Die Bing-Karte zeigte mir eine Packstation in grober Nähe meines Heimwegs, nämich auf der Fraunhoferstr. 22a:
Vor Ort bot sich hingegen folgendes Bild:
Das regte meine Fantasie an. Vor meinem geistigen Auge sehe ich folgenden Dialog in einer von jahrzehntelangem Zigarettenqualm dezent postgelb gefärbten Amtsstube:
Oberpostwebel Dr. Schmidt: Herr Meier, was ist eigentlich mit der Packstation auf der Fraunhoferstraße?
Fähnrich Meier: Auf der Fraunhoferstraße?
Dr. Schmidt: Wird die nicht nächste Woche umgebaut?
Meier: Ach so, ja, stimmt.
Dr. Schmidt: Haben Sie die denn aus diesem Internet rausgenommen?
Meier: Bitte?
Dr. Schmidt: Na die Dinger stehen doch im Internet, oder?
Meier: Ach so, ja, stimmt…
Dr. Schmidt: Haben Sie sie da rausgenommen?
Meier: Ach so, äh, nö.
Dr. Schmidt: Sehr gut, Meier, da haben Sie wieder mitgedacht, ne? Da würde ja bestimmt wieder die ganze Seite kaputt gehen, so wie letztes Jahr, als der Müller da diese spitze Klammer eingetragen hat…
Meier: Ach so, ja, genau das, also ähm, das war mein Gedankengang.
Dr. Schmidt: Na dann bin ich ja beruhigt. Haben Sie denn vor Ort irgendein Schild aufgestellt oder sowas?
Meier: Ach so, äh, nö. Aber an der Tür hängt ein Schild, dass Fahrräder nicht in den Flur dürfen. Die würden ja sonst den ganzen Baudreck nach draußen tragen. Ein bisschen Disziplin muss ja schon sein, sonst, ähm ja.
Dr. Schmidt: Super, dann sind wir ja terminlich voll flexibel. Vielleicht merkt’s ja gar keiner. Wie lange dauert der Umbau denn? So unter uns?
Meier: Ach so, äh, das kriegt diese Firma immer ganz flott hin, nur ein paar Tage dauert das, höchstens ne Woche, maximal einen Monat oder zwei.
Dr. Schmidt: Toll, wie schnell das geht. Und mir fällt gerade ein, bei der letzten Wartung war die Packstation auch einen Monat außer Betrieb, aber in unserer Betriebsstatistik steht, dass in der Zeit überhaupt niemand ein Paket darüber verschickt hat. Sollte den Kunden also gar nicht auffallen, wenn man den Zeitpunkt geschickt wählt.
Meier: Irre, Chef, wie Sie das immer rechnen, mit diesen vielen Zahlen und so.
Dr. Schmidt: Klar, wir sind ja ein datengetriebenes und kundenorientiertes Unternehmen, das bedeutet soviel wie… Oh, schon 15 Uhr! Schönen Feierabend, Herr Müller!
Müller: Jawoll, den haben wir uns jetzt aber auch verdient!

